| Die Kirche im Walde | |
| wurde erbaut 1846 bis 1848 nach Plänen von Ludwig Persius (1803-1845), Architekt des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV.. Ludwig Persius war engster Mitarbeiter und Schüler Karl Friedrich Schinkels und trat dessen Nachfolge als Architekt des Königs an der Bauakademie in Potsdam an. Persius galt als Vertreter einer Kunstepoche beim Übergang vom Spätklassizismus zum Historimus. Seine Bauwerke finden wir hauptsächlich in und um Potsdam wie:
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| Den Bau der Kirche hat Persius nicht mehr erlebt, er starb mit 42 Jahren. Die Verwirklichung der Baupläne übernahm der Bauingenieur Otto Baensch, nachdem dieser den Umbau des Camminer Dom (Pommern) geleitet hatte. Die Pläne für den Bau einer eigenen Kirche gehen bis in das Jahr 1838 zurück. In einem Brief des Pfarrers Hartmann aus Benz an den Bischof im September 1838 wird der Wunsch einer eigenen Kirche für die Dörfer Gothen, Neuhof, Neukrug und Heringsdorf geäußert. Man verkennt auch die Schwierigkeiten der Finanzierung nicht, obwohl der Oberforstmeister Georg Bernhard von Bülow (Besitzer des Vorwerkes Gothen) den Bauplatz und einen angemessenen Betrag beisteuern wollte. So treffen sich im November des gleichen Jahres Einwohner aus dem zum Vorwerk Gothen gehörenden Dörfern und unterschreiben einen Aufruf zum Bau einer Kirche. Als Unterschrift findet man die Namen alteingesessener Bürger wie Moltz, Engelbrecht, Pank, Peters, Tittelwitz, Lehnert, Grimm und Ganzow. 33 Personen unterschreiben mit Namenzug oder durch Handzeichen. "Auch die damalige Badegesellschaft litt unter dem Druck der mangelhaften kirchlichen Versorgung", schreibt ein Reiseführer seiner Zeit. Wer damals in die Kirche gehen wollte, musste sich auf den Weg in das acht Kilometer entfernte Dorf Benz begeben. Nach Klärung vieler Details (siehe Chronik und Historische Schriftreihe Heft 9, Herausgeber: E. Rusch, Historische Gesellschaft zu Seebad Heringsdorf) wurde im Jahre 1846 mit dem Bau begonnen und am 3. 9 .1848 mit einem Festgottesdienst die Kirche eingeweiht. Bei der Einweihung fehlte noch die Orgel und manch andere Dinge, die durch Spenden reicher Badegäste beschafft werden konnten. Die Kirche steht in mitten eines Buchenwaldes auf einer Anhöhe und ist gegründet auf einem gemauerten Feldsteinsockel, der sie zum Ausgleich der Hanglage, förmlich emporhebt. Der gotische Kirchbau war zunächst ein einschiffiger Saalbau mit einem seitlichen Spitzhelmturm und einer Vorhalle im Westen mit fünf offenen spitzbogenartigen Arkaden. Die Vorhalle mit abschließender Balustrade verleiht dem Eingangsportal eine würdige Rahmung. Der Turm mit der Vorhalle und dem dahinter aufragendem Giebel bilden architektonisch eine Gruppe und prägen die Ansicht im Eingangsbereich. Auf Grund der wachsenden Einwohnerzahlen der Orte Neuhof, Heringsdorf und Gothen, einschließlich der Gäste, musste 1914 ein Erweiterungsbau vorgenommen werden. Das Kirchenschiff erhielt an beiden Längsseiten rechteckige Anbauten, tragende Außenwände ersetzte man durch Achteckpfeiler. In den oberen Bereichen zog man Emporen ein und vergrößerte auch die Orgelempore, die dadurch eine Verbindung zu den zeitlichen Emporen hat. Zum 150. Geburtstag 1998 konnte hier eine Ausstellung zur Baugeschichte des Gotteshauses gestaltet werden. Die ehemals an den Turm angrenzende Sakristei verlagerte man in den östlichen Anbau neben der Apsis. Desweiteren wurden die noch heute sichtbaren farbigen Glasfenster eingebaut. | |
Im Jahre 1999 begannen umfangreiche Sanierungen, die sich in 4 Bauabschnitten gliederten:
Alle Arbeiten konnten, bis auf die Sanierung des 2. Bauabschnittes ( Sanierung des Glockenturmes ), erledigt werden. Hier ist eine Summe von 150.000 EUR aufzubringen. Näheres zur Finanzierung ist dem Faltblatt und dem Poster in der Kirche zu entnehmen. |
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| Weitere Literatur: PEDA-Kunstführer Nr. 131 / 1994, ISBN 3-930102-36-6, Heringsdorf Ahlbeck - Bansin. Schriftenreihe der Historischen Gesellschaft zu Seebad Heringsdorf, Heft 9: "Wie Heringsdorf zu seiner Kirche kam", Herausgeber E. Rusch, Heringsdorf. | |