Postkarten zum 125. Geburtstag

1. als Correspondenzkarte. Die Geburtsstunde geht auf das Jahr 1865 zurück, als der Geheime Postrat Heinrich von Stephan diese der 5. Deutschen Postkonferenz in Karlsruhe vorstellt. Die Anregung wurde 4 Jahre später 1869 vom Österreichischen Handelsminister umgesetzt mit dem Hinweis auf der Rückseite, dass die Postanstalt keine Verantwortung für den Inhalt der Mitteilungen übernimmt. Mit der Ernennung am 01.07.1870 wurde Heinrich von Stephan Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes. Kurze Zeit später setzte er seine damalige Idee in die Tat um. Im Jahre 1885 gestattete man privaten Verlegern des Deutschen Reiches die Herstellung von Bildpostkarten. Anfangs wurde das Wertzeichen gleich auf die Karte mit aufgedruckt.
Seinen Siegeszug begann die Bildpostkarte jedoch erst ab 1897, als die Drucktechnik es ermöglichte, einen Massenartikel herzustellen.

Bis zum Jahre 1905 war die Vorderseite nur für die Anschrift reserviert und man hatte wenig Platz für Mitteilungen. Nur die Bildseite konnte beschriftet werden.

2. als Postkarte. Nach 1905 wurde die Adressseite halbiert und der linke Teil stand nun für Mitteilungen zur Verfügung. Bis ins Jahr 1908 stempelte man die Postkarte bis zu dreimal. Ein Stempel entwertete die Briefmarke, ein zweiter lesbar daneben und der dritte kam am Zielort hinzu.

Hier lässt sich ermitteln, wie schnell doch die Post vor über 100 Jahren schon war. Zum Beispiel:
  • von Heringsdorf nach Wien: 15 h,
  • von Heringsdorf nach Berlin: 13 h,
  • von Heringsdorf nach Bad Kissingen: 25 h.
An diesen kurzen Laufzeiten sollte sich die heutige Post ein Beispiel nehmen und ihren Service überdenken.

3. als Ansichtskarte. In der heute üblichen Form.